Reportage Tafel

Es bleibt immer was übrig

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Während die Autos von Geldspenden gekauft werden, sind deren Fahrer meist ehrenamtlich Aktive. Einer von ihnen ist Demeter Georgiev. Einmal in der Woche setzt er sich in seiner Freizeit hinter das Steuer eines Transporters, um Lebensmittel bei Spendern abzuholen. „Ich helfe aus Überzeugung“, sagt Georgiev, der seit einem Jahr dabei ist. „Die Mitarbeiter hier sind alle sehr engagiert, das ist wie eine große Familie.“ Anfangs hatte er vor allem beim Sortieren mitgearbeitet. „Jetzt fahre ich Transporte. Meistens am Wochenende, wenn die Straßen leerer sind und der Verkehr flüssiger läuft.“ Dann steigen Timo Schmitt und er ins Fahrerhaus – und los geht die Fahrt zum Berliner Congress Centrum (BCC) am Alexanderplatz. Unterwegs erzählt Schmitt, wie er selbst zur Tafel stieß. „Im Zuge meines Studiums der Ökotrophologie absolvierte ich bei der Berliner Tafel ein Praxissemester“, sagt er. „Das war vor sechs Jahren. Ich baute dabei mit einer Kolleg in das KinderImbisAktiv-Angebot KIMBA auf und entwickelte Kochkurse für Kinder. Darüber habe ich dann auch mein Diplom geschrieben.“ Parallel dazu übernahm er Hygieneaufgaben – und erhielt vor sechs Jahren bei der Tafel eine der wenigen festen Stellen als Kochlehrer und Hygienebeauftragter: „Rein rechtlich sind wir als Inverkehrbringer nach der deutschen Lebensmittelverordnung ein Lebensmittelbetrieb.“ Deshalb werden alle Mitarbeiter und Fahrer auf diesem Gebiet auch regelmäßig geschult – und das sehr gründlich. „Wir Fahrer wissen genau, welche Waren wir mitnehmen dürfen und können und welche wir stehen lassen sollen“, sagt Georgiev. „Welche Putzmittel wir für welches Material verwenden können, damit zum Beispiel Kunststoff nicht angegriffen wird, welche Behälter lebensmittelecht sind, wie wir Betriebs- und Arbeitsplatzhygiene erhalten – das lernen wir für unsere Aufgabe im Detail.“ Denn nur wenn keine Gesundheitsgefahr besteht und die Waren in hygienisch einwandfreiem Zustand sind, nimmt die Tafel sie entgegen.