Kassel

Nachfolger gesucht

Beitragsseiten

Seit 125 Jahren bilden Kassels Köche einen Club, und der ist eine feste Größe in der Stadt.

Was der Koch-Club Kassel zurzeit erlebt, ist nicht so ungewöhnlich in der Zweigvereins-Landschaft des VKD. Ein Generationen-Wechsel soll „mit neuen Ideen Tradition bewahren und dennoch dem Verein eine Chance geben“, wie es Jürgen Stöter, 1. Vorsitzender im Gespräch mit KÜCHE formuliert. Seit mehr als zehn Jahren plant und organisiert er gemeinsam mit Robert Lohmann (2. Vorsitzender), Rudolf Prammer (Schriftführer), Marco Hanitsch (Jugendwart) und Heinrich Trepte (Kassierer) alle Tätigkeiten. Unterstützt werden sie von rund 20 Aktiven und engagierten Ehrenmitgliedern wie z .B. dem ehemaligen Vorsitzenden Helmut Peschel. Damit könnte es laut Jürgen Stöter ab Frühjahr 2016, nach der nächsten Mitgliederversammlung in Kassel, vorbei sein. „Es wäre schön, wenn sich Kolleginnen und Kollegen für das Ehrenamt finden, die noch im Berufsleben stehen.“ Ein großer Wunsch der derzeitigen Führungsspitze ist es, Nachwuchskräfte für ein verstärktes Engagement in ihrem Koch-Club zu gewinnen.

Ein Wunsch, der in einer Großstadt wie Kassel erfüllbar ist, sollte man annehmen können. Schließlich ist der nordhessische Zweigverein auch durch die Ausrichtung des Jugendwettbewerbes Hugues-Innocenti-Pokal in der Branche bekannt. Doch so einfach ist es nicht, den Kontakt zu den Auszubildenden zu halten. Eine Ursache sieht Helmut Peschel im Desinteresse der Patrons. „Wenn wir den Pokal ausrichten, kommt es immer wieder vor, dass die Jugendlichen sofort nach der Siegerehrung wieder in die Küche müssen oder erst gar nicht teilnehmen dürfen, weil Personal fehlt. Ein Auszubildender ist heute im Betrieb eine volle Arbeitskraft.“ Auch die Verbindung zur Berufsschule ist nach der Pensionierung eines Kollegen nicht mehr so eng wie früher. Hinzu komme, dass heute nur noch eine anstelle von vier Klassen mit Köchenachwuchs gefüllt werden kann. „Große Brigaden wie auch große Häuser gibt es in ganz Kassel nicht mehr“, erklärt Heinrich Trepte.