Gastro Vision

Kunst der Kulinarik

Wenn sich Gastronomen, Hoteliers und Caterer in einem besonderen Ambiente treffen, ist Gastro-Vision-Zeit. In diesem Jahr stieß die Messe unter dem Motto Kunst in neue Sphären vor.

Geschmackliches aber auch ernährungstechnisches hatte die Gastro Vision wieder einiges zu bieten. Und das wie Jahr für Jahr im besonderen Ambiente des Empire Riverside-Hotel an der Hamburger Waterkant. Natürlich stand Kochen im Vordergrund. Drumherum reihte sich kunstvoll ein Programm und eine Ausstellung, die ganze Konzepte rund um Trends und Produkte zeigten.

Heimatlich, roh und wild begeisterte die Kochshow Stage of Taste die Besucher in diesem Jahr. Die Bühne gehörte Köchen wie Stefan Marquard oder Raw-Food-Experte Boris Lauser. Ob Ravioli aus Roter Bete oder indisches Linsen-Curry Takda Dal, die Köche vereinten die kulinarische Vielfalt der Welt auf einem Teller.

Das Highlight des Businessforum lief gegen den veganen und vegetarischen Trend. Brandneu war der Treffpunkt Beef Club. Er erwies sich als Genusstempel mit Botschaft, nämlich zu einem neuen Bewusstsein im Verzehr und Umgang mit Fleisch. Der bekennende Fleischliebhaber Ludwig „Luck“ Maurer erklärte den Besuchern die Merkmale von hochwertiger Ware und zeigte, wie aus jedem Stück das Beste gewonnen wird. Das wachsende Qualitäts- und Verantwortungsbewusstsein verändert den heutigen Fleischkonsum zunehmend. Weniger, aber dafür besseres Fleisch beschreibt den neuen Verzehr, der auf Spitzen-Qualität und Bio-Siegel setzt: „Wir legen den Fokus auf neue Entwicklungen und wollen den Austausch in der Branche fördern. Qualität ist dabei unser Leitthema“, erklärt Klaus Klische, Gründer der Gastro Vision.

Nachhaltigkeit und fleischfreie Alternativen

Die Themen Nachhaltigkeit und Fair Trade erhielten in diesem Jahr eine besondere Aufmerksamkeit dank der Nature Taste Area. Sowohl faire Limonaden, die aus Überresten des Kaffeeanbaus kreiert werden als auch ein reiches Sortiment für Vegetarier und Veganer boten neue Perspektiven für Einkauf und Gaumen.

Den Trend zu vegan und vegetarisch begrüßt Jean-Georges Ploner, Buchautor und Trendscout: „Er könnte dazu führen, dass wir wieder besseres Fleisch bekommen.“ In der Competence Lounge, dem Forum für Beratung durch Experten, gab er im Rahmen seines Vortrags eine Einschätzung zur Entwicklung im Außer-Haus-Verzehr. Dass Streetfood mit besserem Essen in designten, zeitgemäßen Verkaufsmobilen den klassischen Hähnchen-Wagen zu Leibe rückt oder der Burger die Fastfood-Ecke verlassen hat, steht auch für ihn außer Frage. Als Initialzünder für Neues machte er die Second Generation aus, also die Enkel und Urenkel der Einwanderer. Sie haben zwar nie in ihrem Herkunftsland gelebt, interpretieren die Speisen ihrer Vorfahren aber neu und machen sie damit unaustauschbar. Für Ploner gibt es drei Strategien: gut, billig, schnell, die allerdings zusammen nicht funktionieren. Darum rät er, die zu verfolgen, die wirtschaftlich Freude macht.

Premiere auf der Gastro Vision hatte der Themenraum Super: new.fancy.cool. Er galt als Marktplatz innovativer Produkte, die aus den Themenbereichen Handcrafted, Artisan und Organic Food stammen und dem Handel erstmalig präsentiert wurden.