Internorga

Volles Programm!

Die Stimmung in der Catering-Branche ist gut, die Investitionsbereitschaft in der Gemeinschaftsverpflegung sehr ordentlich. Erneut also beste Voraussetzungen für die diesjährige 90. Internorga in der Hansestadt Hamburg.

Ein Pflichttermin ist sie ohnehin, doch die diesjährige Internorga präsentiert sich in diesem Jahr, angesichts ihres 90. Geburtstages, besonders vielfältig. Im Mittelpunkt dabei steht natürlich das Angebot der etwa 1.300 Aussteller. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Hallen, in denen Kulinarik und Getränke im Mittelpunkt stehen. Die Besucher aus den Bereichen Gemeinschaftsverpflegung und Catering müssen ihren Messebesuch genau planen, um keine wichtige Inspiration zu verpassen. Das trifft umso mehr zu, als man auch das Rahmenprogramm und verschiedene Sonderschauen einplanen sollte. Neu ist beispielsweise der Next Chef Award. Der Köche-Wettbewerb stellt das Handwerk in den Mittelpunkt und bietet jungen Köchen eine wohlverdiente Bühne, so die Messe-Verantwortlichen. Spannung verspricht auch der neue Internorga Gastro-Startup-Wettbewerb.

GV-Barometer mit positivem Ergebnis

Die Stimmung in der Branche vor der Internorga ist gut. Das hat nicht nur der aktuelle Catering-Index ergeben, über den wir im Rahmen unserer Titelstory (ab Seite 18) berichten. Zu diesem Ergebnis kommt auch das aktuelle GV-Barometer, dass die Messe alljährlich in Zusammenarbeit mit dem Marktforscher Prof. Wolfgang Irrgang vorstellt.

Die repräsentative Umfrage (siehe dazu den Kasten „GV-Barometer“) kam zu dem Ergebnis, dass die Vertreter der Gemeinschaftsverpflegung voraussichtlich mit konkreten Kaufabsichten zur Internorga kommen. „Die Anbieter von Verpflegung in Betriebsrestaurants, Heimen oder Klinken sind 2016 investitionsfreudig“, lautet die Bilanz von Professor Irrgang. Grund für die positive Einschätzung: 67 Prozent aller befragten Betriebe planen in diesem Jahr Anschaffungen. Bei 56 Prozent sind dies größere Investitionen für Herde, Spülmaschinen oder Kassensysteme. 11 Prozent wollen die allgemeine Ausstattung ihrer Betriebe verbessern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die grundsätzliche Investitionsneigung der Gemeinschaftsverpflegung 2016 dennoch etwas rückläufig (von 71 Prozent auf 67 Prozent). Das führen die Experten aber darauf zurück, dass die im Vorfeld der Internorga 2015 geplanten Investitionen zu einem hohen Prozentsatz wirklich getätigt wurden, schließlich ä ußern sich die befragten Entscheider jeweils nur über ihre Pläne, die dann nicht immer in die Tat umgesetzt werden.

Immerhin 72 Prozent haben ihr Vorhaben 2015 realisiert. Ein echter Investitionsstau ist deshalb in diesem Jahr nicht vorhanden. Aber das allgemeine Investitionsklima in den Unternehmen ist, nach einem kleinen Einbruch, jetzt fast wieder auf dem hohen Niveau von 2014. 50.000 Euro und mehr wollen diesmal laut GV-Barometer etwa 46 Prozent der Vertreter von Betriebsrestaurants investieren. Bei denjenigen von Kliniken und Heimen sind dies etwa 28 Prozent.

Einig sind sich die meisten Branchenplayer darüber, dass weiter an der Qualität des eigenen Angebotes gearbeitet werden muss. „Der Markt ist bei qualitativen Aspekten in Bewegung“, bestätigt auch Professor Irrgang. Dieser Entwicklung wurde im Rahmen des GV-Barometers ebenfalls nachgegangen. Dabei stand zunächst die Frage im Mittelpunkt, woran die Gäste aus der Sicht der Küchenleiter die Qualität des Angebotes eigentlich messen. Auf Platz 1 steht sowohl bei Betriebsrestaurants als auch in Heimen und Kliniken die Freundlichkeit des Personals. Heime und Kliniken stufen natürlicherweise die emotionale Ansprache durch das Personal noch einmal höher ein (85 Prozent) als die Betriebsrestaurants (76 Prozent ). „Das Image wird von den Mitarbeitern geprägt“, sagte Irrgang dazu.

Auf Platz zwei dieses Rankings liegt die Abwechslung beim Speiseplan, die im Vergleich zum Vorjahr ( 51 Prozent) mit 67 Prozent weiter an Bedeutung gewinnt. Auf Platz drei differieren die Ergebnisse zwischen Betriebsrestaurants und Heimen/Kliniken. Während in den Betrieben die stets frische Zubereitung der Speisen diesen Platz einnimmt, liegt bei den Kliniken die ansprechende Präsentation des Angebotes auf diesem Platz, vor der frischen Zubereitung.

Gesellschaftliche Verantwortung

Nicht auseinanderdividieren lassen sich in der Gemeinschaftsverpflegung auch die Themen Qualität und gesunde Ernährung. 80 Prozent der befragten GV-Entscheider fühlen sich diesbezüglich für ihre Gäste verantwortlich. Dabei wird die Attraktivität gesunder Speisen etwa mittels Preisgestaltung oder Subventionierung gesteigert. Dazu kommen Ampelsysteme sowie die Platzierung gesunder Gerichte an hervorgehobener Stelle.