Charta der Vielfalt: Leistungsstarke Vielfalt

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Charta der Vielfalt

Leistungsstarke Vielfalt

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Es gibt auch für Catering-Unternehmen einen Zusammenhang zwischen der Attraktivität als Arbeitgeber und der Art und Weise, wie in den Unternehmen mit Vorurteilen umgegangen wird. Die so genannte Charta der Vielfalt, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, haben aber erst wenige große und kleine Branchen-Player unterzeichnet. Weitere sollten folgen.

Deutschlands Caterer erbringen Tag für Tag Höchstleistungen: Ob vor oder hinter den Kulissen sorgen unsere Mitarbeiter für die tägliche Verpflegung von Millionen von Menschen, den reibungslosen Ablauf von Veranstaltungen und für tolle Erlebnisse beim Besuch in gastronomischen Einrichtungen. Catering ist Vielfalt.“ So beschreibt Jürgen Thamm, Vorstandschef der Compass Group und Leiter der Fachabteilung Catering im DEHOGA, in der Imagebroschüre „Deutschlands Caterer“ die Aufgaben der Branche.

Um so dramatischer ist es, dass es immer schwieriger wird, die zur Bewältigung dieser Aufgaben notwendigen Mitarbeiter in ausreichender Zahl und Qualität für die Branche zu gewinnen. Schon in der bereits 2015 erschienen Broschüre wurde betont: Dramatische Rückgänge bei den Azubi-Zahlen lassen bereits heute Fachkräfteengpässe befürchten. Eine Erwartung, die sich bereits jetzt als berechtigt erweist. Absolut kontraproduktiv sind dafür, wie für das gesamte Beschäftigungsthema der Branche, die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die zunehmende Diskussion über Fremde in Deutschland und das Auseinanderdividieren deutscher und ausländischer Arbeitnehmer beispielsweise sorgen ebenso wie die Differenzen zwischen Christen und Moslems für Spannungen. All dies und mehr ist einer konzentrierten und kreativen Personalentwicklung in dieser Branche mit ihren Mitarbeitern aus aller Herren Länder nicht förderlich. Die Fachabteilung Catering im DEHOGA hat hier eine ganz klare Haltung: „Die Fachkraft aus Deutschland wird der ausländischen Fachkraft nicht vorgezogen.“ So etwas entscheidet sich allerdings nicht auf dem Papier, denn nur, was die Mitarbeiter in ihren eigenen Unternehmen wirklich erleben, ist Realität und prägt auf diesem Gebiet das Bild jedes einzelnen Akteurs.

Thamm bringt das Thema auf den Punkt: „Leistungsstarke Vielfalt – das ist der zentrale Begriff, der unsere Branche beschreibt“, meint er. Und das betrifft nicht nur die Integration ausländischer Mitarbeiter, sondern alle möglichen persönlichen Aspekte, die Gründe für die Diskriminierung von Mitarbeitern sind.

Um diese Thematik aus dem Nebulösen und eher Unverbindlichen herauszuholen und das Thema beim Namen zu nennen, wurde genau vor zehn Jahren die so genannte „Charta der Vielfalt“ (siehe Kasten) ins Leben gerufen. Daimler, BP Europa, Deutsche Bank und Deutsche Telekom gründeten damals diese Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Sie wird auch von der Bundesregierung unterstützt, Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.