Internorga

Viel los in Hamburg

Auch bei uns sind die Themenhefte voll und viele spannende redaktionelle Beiträge unter Dach und Fach. Die Internorga ist Inspiration pur und verbindet auf unnachahmliche Weise Business und Networking.

Spannende Tage in Hamburg – das ist in Bezug auf die diesjährige Internorga wirklich gelebte Realität. Selten gab es, neben den vielen eigenen Terminen, die jeder hat, ein so dichtes Programm an Rahmenveranstaltungen und Abendeinladungen wie in diesem Jahr. Und wer da nur von feiern spricht, der missversteht die Branche gründlich. Gerade an den Abenden, die in diesem Jahr erneut und meist mit großem Zuspruch von Coca-Cola, Unilever, Hack, Edeka Foodservice, Winterhalter, Rational etc. organisiert wurden, gab es die intensivsten Begegnungen. Hier wurden jenseits der Messehektik neue Kontakte geknüpft, Geschäfte eingestielt und vielerlei Informationen ausgetauscht, die im weiteren Jahr durchaus wichtig sind. Mit ihrem Rahmenprogramm, allen voran das von 2.000 Teilnehmer besuchte Foodservice-Forum, zeigt die Internorga ohnehin Pioniergeist, denn dieses greift immer wieder wichtige Branchenthemen und innovative Formate auf.

Viel Aufmerksamkeit bekam die neue Live-Challenge Next Chef Award, die die Internorga in Zusammenarbeit mit Johann Lafer initiiert hatte. Hintergrund: Die Zahl junger Menschen, die eine Ausbildung zum Koch anstreben, hat sich seit 2007 halbiert. Deshalb soll jungen Köchen und Berufseinsteigern aufgezeigt werden, wie viel Potenzial und Kreativität der Beruf bietet. Im Finale mussten die Teilnehmer vor Publikum das extra für diesen Anlass kreierte, anspruchsvolle Hauptgericht allein anhand des Geschmacks und des optischen Eindrucks nachkochen, dabei waren ihnen weder die Zutaten noch das Rezept bekannt: Lammcarré unter Senf-Mandel-Kräuter-Kruste mit Zitronen-Zwiebel-Chutney, mediterranes Gemüse-Törtchen mit Mélange-Noir-Sauce mit vier verschiedenen Pfeffer-Sorten.

Am besten machte das Jonas Straube aus dem Hamburger Restaurants Coast by East & Coast Enoteca, der im Finale gegen fünf andere junge Köche antreten musste. Diese Runde hatte sich mit Straube in den Vorrunden aus 18 Teilnehmern, die aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen, herauskristallisiert. Straube darf sich jetzt „Next Chef“ nennen und als Hauptpreis sein erstes eigenes Kochbuch herausbringen. „Ich habe noch keine Idee, in welche Richtung mein Kochbuch gehen wird. Ich freue mich aber wahnsinnig über die tolle Chance“, sagte der Gewinner erfrischend ehrlich.

Lafer zeigte sich sehr angetan von ihm. „Jonas Straube hat mich mit seinem Talent echt beeindruckt – von ihm wird man sicherlich noch einiges hören“, ist er überzeugt. In den Messehallen drängten sich die Besucher aus der Catering-Branche vor allem an den Ständen der wichtigen Lieferanten und Technik-Hersteller, deren Innovationen den Unternehmen ihre Arbeit immer mehr erleichtern. Als ein inhaltliches Highlight entpuppte sich aber auch wieder die Newcomers’ Arena, jenes Areal, das Star-ups vorbehalten ist. Auf dem Catwalk der Innovationen präsentierten die Aussteller visionäre Ideen und knüpften wichtige Kontakte für den erfolgreichen Markteinstieg. Diese Innovationsplattform zählte neben Klassikern wie dem Pink Cube oder der Skywalk Tafel zu den Publikumsmagneten der Gastro-Messe.

Top-Gastro-Startup gekührt

Wenn es um innovative Gastronomie-Konzepte geht, ist Starkoch Tim Mälzer mit dabei, und zwar diesmal auf der Internorga, um zu moderieren. Dort traten sechs Konzepte bzw. ihre Betreiber beim Gastro Startup-Wettbewerb 2016 gegeneinander an. La Cevicheria aus Frankfurt ging als Gewinner hervor. Abgestimmt wurde von den Fachbesuchern per SMS.

Startup-Sieger in diesem Jahr: das Ehepaar Daniel und Heidi Nawenstein, das die authentische peruanische Küche rund um Ceviche und Co. nach Deutschland bringt. Ihr Restaurant La Cevicheria wollen sie Anfang April eröffnet.

Auch die Teilnehmer Philipp Ibelshäuser und Till Riekenbrauk mit dem Konzept „Laden ein“ aus Köln gingen nicht leer aus: Die ECE, Betreiber von Einkaufszentren, stellt ihnen einen der limitierten und begehrten Food-Plätze in einem ihrer Einkaufszentren zur Verfügung. Etwa 95.000 Fachbesucher aus dem In- und Ausland kamen nach Hamburg zur Messe. Die positive Stimmung wurde durch ein unabhängiges Marktforschungsinstitut bestätigt: Rund 90 Prozent der Befragten beurteilen die Messe mit sehr gut oder gut. Ebenfalls 90 Prozent werden sie weiterempfehlen. Auch die Internationalität der Besucher bleibt mit 7 Prozent auf hohem Niveau.