Trend: Kleiner Keks und große Torten

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Kleiner Keks und große Torten

Cantuccini zum Cappu, Himbeertorte fürs Event: Süße Verführer haben in der Catering-Küche einen festen Platz. Aktuell sind kleine Portionen und regionale Rezepturen gefragt.

Whoopie Pies, Cake Pops, Cupcakes: Die aktuelle Welt der Konditoren und Patissiers ist bunt. Gut, dass die Catering-Küche viele Anlässe für süße Highlights kennt. Angefangen vom Frühstück, das nicht ohne süße Teilchen auskommt, über das klassische Kaffee-Kuchen-Geschäft bis hin zur Hochzeitstorte am Abend, mit der sich Caterer profilieren können. Unabhängig von Art und Anlass: Es lohnt sich, regionale Stärken zu nutzen und die Exklusivität der eigenen Lieferanten in den Vordergrund zu stellen – das kommt auch bei den Gästen richtig gut an. Ebenso wie höchstmögliche Frische.

„Das altbewährte Tagungsgebäck hat bei vielen Veranstaltungen bereits ausgedient und wird immer häufiger ersetzt durch Fingerobst, verschiedene Joghurts oder Quark mit fruchtigen Toppings“, berichtet Ronny Pietzner von CuisinEvent im brandenburgischen Stahnsdorf. „Und wenn es Gebäck sein soll, dann sind die Varianten ohne Schokolade nach unserer Erfahrung eine gute Wahl. Der gute alte Buttergeschmack kommt einfach nicht aus der Mode. Alternativ liegen derzeit auch Macarons in verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen hoch im Kurs.“ Tatsächlich ist das französische Baisergebäck in den knalligen Farben ein echter Hingucker, das vor allem im Event-Bereich wirkungsvolle Auftritte haben kann. Es lohnt sich, einen guten Lieferanten für diese Spezialitäten zu finden.

Im Haus Floris Catering in Berlin setzt man auf eigene Herstellung, zumindest wenn es um Muffins, Rolls & Co. geht. „Selbstverständlich fertigen wir gern auch Tartelettes selbst und füllen sie vornehmlich jahreszeitlich ausgerichtet mit Früchten, Beeren oder Cremes“, erzählt Geschäftsführer Floris Vlasman. „Blechkuchen, Hochzeits- und andere Torten beziehen wir von extern über langjährig vertraute französische Pâtissiers. Von ein- bis vielstöckig, von filigran bis opulent dekoriert, von mit Früchten besetzt bis mit Cremes gefüllt. Alles essbar, versteht sich.“ Und: „Das Thema vegan hat den Tagungsbereich, zumindest was den Keks betrifft, bei uns noch nicht erreicht.“

Dafür ist Individualität umso mehr Trumpf: Wenn es ums Süße geht, vertraut man bei Floris Catering seit neuestem sogar auf eigenen Honig. „Wir produzieren einen Schleuderhonig, der nur wenige hundert Meter von unserer eigenen Produktion in Kreuzberg entsteht“, berichtet der Caterer stolz. „Wir haben den Honig im September zur IFA vorgestellt und werden ihn künftig in unserer Küche in sämtlichen Süßspeisen verarbeiten.“ Somit spricht er einen von drei Top-Trends an. Erstens: Region schlägt Exotik. Ob Nonnenfürzle aus dem Allgäu, Bethmännchen aus Frankfurt oder Franzbrötchen aus Hamburg – ein direkter Bezug zum eigenen Standort und der Region verkauft sich heute besser als jede ausgefallene Zutat oder Garnitur.

Zweitens: Alternative Zutaten. Wer für das Backen auch mal Ingredienzen verwendet, die nicht unbedingt alltäglich sind, wie beispielsweise Amaranth, Hirse, Hafer & Co., setzt innovative Akzente. Doch sollten diese in jedem Fall auch klar ausgewiesen sein. Zum einen erfreut es jeden Allergiker, zum anderen betont es die zeitgemäße Ausrichtung der Kuchenkarte.

Drittens: Mini-Bites. Flotte Törtchen und kleine Küchlein sind die neuen Petits Fours von heute. Auf die kunstvollen Verzierungen der 80er und 90er Jahre darf dabei gern verzichtet werden. Stattdessen stehen Früchte im Fokus und natürlich die praktische Portionsgröße.