Koch im Porträt

Ideen verwirklichen

Weil das Event-Catering so spannend und abwechslungsreich ist, hat sich Florian Semmler für den Berliner Caterer Optimahl entschieden. Dass die Kundenwünsche immer spezieller werden, schreckt ihn nicht. „Das fordert einen und man bleibt gedanklich fit“, sagt er.

Herr Semmler, von welchem Berufhaben Sie als Kind geträumt?

Detektiv und Helikopterpilot.

Was hat Sie dann bewogen, Koch zu werden?

Da ich in meiner Jugend viel allein zu Hause war, aufgrund der Arbeitszeiten meiner Eltern, habe ich öfter mal den Kochlöffel geschwungen. Meistens habe ich Rezepte aus Kochbüchern oder Rezepte von meinen Großeltern nachgekocht, soweit ich die Schrift lesen konnte. Tatsächlich schmeckte mir, und vor allem auch anderen, das zubereitete Essen. Ich hatte sogar Spaß am Kochen. Nach einem Schulpraktikum in der Küche ist mir dann letztendlich klar geworden, dass ich Koch werden wollte.

Und was hat Sie zu einem Caterer verschlagen?

Zufall, aber auch Neugier auf eine neue Herausforderung: Weg von Routineabläufen, die sich nie ändern, hinein in ein individuelles und flexibles Arbeiten, welches mich meine Gedanken und Einfälle ausprobieren und verwirklichen lässt. Man sieht unheimlich viele Dinge, die einem sonst nicht zugänglich sind, trifft die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und lernt dadurch viel besser, Gäste und Kunden einzuschätzen bzw. genauer auf deren Wünsche zu reagieren.

Welche Vorteile hat es aus Ihrer Sicht, für einen Caterer zu kochen?

Es gibt nichts Schlimmeres als wochenlang immer dasselbe zu kochen, deswegen bin ich bei einem Caterer. Dort gibt es mehr Abwechslung und Neues zu entdecken, als in Restaurants oder Hotels. Ich kann meine Ideen ausprobieren und vor allem umsetzten. Das macht deutlich mehr Spaß als Routinekochen.

Und warum gerade Event-Catering?

Das Event-Catering ist eine abwechslungsreiche Branche, in der man sehr kreativ und spontan sein muss. Die Trends wechseln immer schneller und Kundenwünsche werden auch immer spezieller. Wir benötigen ständig neue Ideen und Konzepte. Das fordert einen und man bleibt gedanklich fit. Für 1.000 und mehr Gäste frisch, mit tollen Produkten, geil kochen – das ist eine Herausforderung, die es eben hauptsächlich im Eventbereich gibt.

Wie sieht es bei Ihnen mit Nachwuchs-Köchen aus?

Wir haben bei uns jetzt acht Lehrlinge im ersten Lehrjahr und werden in den nächsten Jahren noch verstärkter Auszubildende einstellen. Zuletzt sind die guten Fachkräfte im Koch-Beruf erschreckend zurückgegangen. Deswegen haben wir uns vorgenommen, den Ausbildungsbereich zu verstärken, um mehr auf eigene Ressourcen zurückgreifen zu können.

Welche Bedeutung hat für Sie Teamwork?

Unersetzlich! Hast du ein geiles Küchenteam, dann hast du auch ein tolles Produkt. Was nutzen mir sechs großartige Köche mit Erfahrung von Gourmetrestaurants und Sterneküchen, wenn keiner bereit ist, dem anderen zu helfen oder mit dem anderen zusammenzuarbeiten, um das gesamte Produkt noch mehr zu verbessern?

Welche Nahrungsmittel verarbeiten Sie am liebsten?

Je nach Stimmung und Saison kann das ganz unterschiedlich sein: Am liebsten aber neue Produkte, die ich bisher noch nicht verarbeitet habe oder die erst neu auf dem Markt sind. Ist zwar fast schon wieder out und auch kein Lebensmittel, aber ich probiere unheimlich gerne mit flüssigem Stickstoff verschiedene Sachen aus.

Haben Sie ein Geheimrezept das hilft, wenn Sie am Herd richtig im Stress sind?

„Hast du es eilig, dann mach‘s in Ruhe!“ Es ist mehr ein Motto als ein Rezept, aber wenn man versucht, sich daran zu halten, erspart man sich viel Hektik und Stress. So werden Fehler vermieden. Es gibt nichts Schlimmeres als hibbelige und gestresste Mitarbeiter, die dadurch nur Unruhe verbreiten.