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Für ein ökologisch orientiertes Flottenmanagement bei den Nutzfahrzeugen bestehen gute Gründe. Der Image-Aspekt ist nicht zu unterschätzen, wie die Affäre um Volkswagen deutlich macht.

Geld sparen, Umwelt und Klima schützen, das Firmen-Image verbessern – mit dem Grünen Flottenmanagement, das den Fuhrpark der Caterer ökologischer und nachhaltiger ausrichten soll, lassen sich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Potenzielle Auftraggeber achten schon jetzt verstärkt auf eine saubere Flotte. Und es ist zu erwarten, dass sie das künftig noch gründlicher tun werden – vor allem nach der Volkswagen-Affäre.

Die Verunsicherung ist derzeit natürlich groß, doch immer noch können sich Caterer auf dem Weg zu einer Grünen Flotte der Hilfe durch zahlreiche Institutionen und Verbände sicher sein. Zum Beispiel gibt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in seiner Broschüre „Effizienter Fuhrpark – kostengünstig, umweltschonend, zukunftssicher“ eine Reihe von Tipps – vom Autokauf bis zu Effizienzmaßnahmen und Alternativen wie Carsharing für Betriebe. Die Initiative Project Climate bietet eine individuelle Fuhrpark-Beratung, der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) einen Leitfaden zur Berechnung von Treibhausgasemissionen in Spedition und Logistik, und die Deutsche Energie-Agentur (dena) unterstützt Firmenchefs im Internet speziell mit einem Flotteneffizienzrechner und einem Neuwagen-Effizienzcheck.

Fahrer müssen mitgenommen werden

Es ist ein ganzes Füllhorn an Maßnahmen, die bei einem Grünen Flottenmanagement über die Caterer ausgeschüttet werden können. Das weiß Marc Oliver Prinzing, der Vorsitzende des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement nur zu gut. Er rät neben anderen Schritten zu einer verbrauchssenkenden Kfz-Ausstattung wie Start-Stopp-Automatik und schmaleren Reifen, zur regelmäßigen Kontrolle von Reifendruck, Profiltiefe und Gepäckraum-Inhalten sowie zu einer differenzierten Touren-Planung: Zu der gehören nach Prinzings Darstellung Elektroautos für den Stadtverkehr und Hybrid- oder bivalenter Antrieb sowie moderne Diesel- oder Ottomotoren für längere Fahrten. Und zu einer differenzierten Touren-Planung zählen ebenfalls verbrauchsarme Tour-Profile mit möglichst wenig Steigungen und unnötigem Stop-and-go-Verkehr.

Nach Auffassung von Prinzing darf sich Grünes Flottenmanagement im Catering jedoch nicht auf die Fahrzeuge beschränken. Wichtig seien beispielsweise auch die Brauchwasser-Rückgewinnung und der Einsatz biologisch abbaubarer Produkte in Waschanlagen oder auf Abstellflächen der Flotte.

Klar ist: Das größte Einsparpotenzial sitzt im Gasfuß des Fahrers. Schließlich macht der Spritverbrauch ungefähr ein Drittel der Fuhrparkkosten aus. Ludger Reffgen, Vertriebsleiter des Fullservice-Leasingunternehmens ASL Fleet Services, ein Unternehmensbereich von GE-Capital in Deutschland, berichtet aus der Praxis: „Zum Beispiel können Spritsparwettbewerbe den Ehrgeiz der Mitarbeiter wecken – besonders dann, wenn sie mit attraktiven Preisen verbunden sind. Bewährt haben sich Spritspartrainings, die mit Fahrsicherheitstrainings verknüpft werden.“ Diese Kombination löse eher Begeisterung aus als ein einfaches Spritspartraining, so Reffgen.