Hotel Altera: Querbeet genießen

Bildquelle: Altera - Hotel

Hotel Altera

Querbeet genießen

Schälchen statt Porzellanteller lautet die Devise von Altera Catering - damit die Gäste möglichst viel probieren können. Das ist nur ein kreatives Beispiel des Inhaber-Ehepaares, das auch das gleichnamige Hotel in Oldenburg führt.

Ein Blick in die Lagerräume von Altera-Catering im niedersächsischen Oldenburg verrät, wohin der Hase in der Branche laufen könnte: Das traditionelle Porzellangeschirr wird immer stärker von kleinen Schälchen abgelöst. „Die Ernährungsgewohnheiten der Menschen ändern sich, und die Ansprüche der jüngeren Gäste unterscheiden sich von denen der älteren“, erläutert Michael Schmitz. Er und seine Frau Andrea sind Inhaber des Hotels Altera. Dessen Catering-Abteilung wird von Andrea Schmitz geleitet, einer gelernten Hotelfachfrau mit Leitungsfunktionen in der deutschen Hotellerie. Als Fullservice-Caterer ist das Unternehmen bundesweit aktiv. Zu den illustren Großkunden zählen zum Beispiel Airbus, BMW und die Bremer Landesbank. 16.000 Menschen – das war der bisherige Rekord bei der Anzahl der bewirteten Gäste. Üblicher sind eher Caterings für 100 bis 300 Personen. Aber auch Meetings mit bis zu zehn Gästen sind keine Seltenheit.

100 fest angestellte Mitarbeiter

Beim Catering werden einige strikte Prinzipien verfolgt. So wird in den beiden hauseigenen Produktionsküchen stets frisch produziert. „Wir kochen extrem gutes Handwerk“, sagt der Inhaber dazu. Dafür bürge nicht zuletzt der langjährige Küchenchef Cord-Henning Pieper. Der erkochte sich dereinst einen eigenen Stern. Zusammen mit Andrea Schmitz steht Pieper dafür gerade, dass sich das Catering-Angebot breit gefächert präsentiert und die jüngeren Gästegruppen nicht ausklammert – Stichwort: Schälchen statt Porzellanteller. Ein laut Schmitz besonders interessanter Trend: Balagan wird immer öfter gewollt. Dabei bestellen mindestens zwei Gäste einfach quer durch die Karte und können von allem probieren. Das Wort ist russisch und bedeutet so viel wie Chaos. Bei Altera-Catering wird es mit „genussvollem Durcheinander“ übersetzt.

Zu seinen 100 fest angestellten Mitarbeiterinnen räumt Michael Schmitz ein: „So viele Menschen angestellt zu haben, das führt zu einem großen Kostenapparat.“ Aber: „Es bedeutet auch, dass wir zum Beispiel im Catering keine Probleme haben, wenn wir ein zuverlässiges Serviceteam zusammenstellen müssen“. Seine Frau ergänzt: „Ich vergleiche Catering oft mit einer Theaterpremiere. Immer wieder eine phantastische Herausforderung, die wir immer in Bestbesetzung angehen. Für einen grandiosen Schlussapplaus, der am Ende aber nicht uns gehört, sondern dem Event gelten soll.“

Wein-Food-Pairing ist im Kommen

Darüber hinaus wüssten Kunden zu schätzen, dass die Kostenkalkulation sehr transparent ausfalle: „Versteckte Kosten gibt es bei uns nicht.“ Auch der An- und Aufbau werde auf keinen Fall in Rechnung gestellt.

Die persönliche Leidenschaft von Michael Schmitz gehört dem Wein. Der Unternehmensberater und ausgebildete Sommelier beobachtet ein steigendes Interesse an Weinverkostungen und an Wein-Food-Pairing – und schürt dieses Feuer nach Kräften. Dass die Auftragsbücher von Altera-Catering gut ausgelastet sind, hat viel mit dem kleinen „Gastronomie-Imperium“ zu tun, das Schmitz und seine Frau seit 2004 geschaffen haben. Seine Gründungsgeschichte begann mit der Wiedereröffnung des Altera-Hotels. Hier warten unter anderem 49 Zimmer, ein 250 qm umfassender Spa-Bereich und das so genannte Esszimmer mit 30 Plätzen auf die Gäste. Dem Altera-Hotel in der Vier-Sterne-Kategorie folgten das Studio-Haus mit sieben unterschiedlich geschnittenen Studios im lässig-entspannten Design und das Loft-Haus mit elf Lofts und einer 85 qm großen Lounge. Sie verfügt über Working-Space-Area, Küche und offenen Kamin.

In Sachen Essen und Trinken punkten Andrea und Michael Schmitz mit dem Loftrestaurant inklusive Espressobar im Modehaus Leffers mitten in der Oldenburger Fußgängerzone. Gastronomisches Herzstück ist das Schmitz-Haus im Herbartgang, von dem aus die Catering-Aktivitäten gelenkt werden. Das vormalige Feinkosthaus Klöter orientiert sich mittlerweile am Stil der Pariser Brasserien. Bis zu 120 Gäste lassen sich hier verwöhnen – gerne mit Dry Aged Beef aus dem eigenen Reifeschrank. Schmitz: „Es handelt sich um das einzige Restaurant zwischen Hamburg und Dortmund, das einen eigenen Fleischreifeschrank besitzt.“ Im Gewölbekeller unterhält Schmitz eine Weinschule und betreut die große Vinothek.

Kochschule für mehr Wertschätzung

Jüngstes Element des Schmitz-Imperiums: Gegenüber dem Altera-Hotel wurde eine ehemalige Villa mit Schulgeschichte gekauft. „Die rund 500 qm Räumlichkeiten der früheren Knabenschule stehen für Tagungen, Vernissagen, Pop-Up-Nutzung und Party zur Verfügung“, freut sich Michael Schmitz. An dieser Stelle ist zusätzlich eine Kochschule geplant. Dort solle den Menschen in lockerem Rahmen die Freude am Geschmack und Genuss vermittelt werden, schwebt Schmitz vor. Wie sich die einzelnen Standbeine unter dem Schmitz-Dach positiv auf das Catering-Geschäft auswirken, macht der Inhaber anhand des Beispiels des Modehauses Leffers deutlich. Weil erstklassige Gastronomie geboten werde, sei es logisch, dass auch Vertreter der Modeindustrie aufmerksam würden und für Events an anderen Orten anfragten.