Alkoholfreie Getränke

Auch Säfte können sexy sein

Beitragsseiten

Auch Säfte können sexy sein Der Markt alkoholfreier Getränke ist immer wieder für Über-raschungen und Innovationen gut. Caterer kann es freuen.

Vitaminrausch statt Vollrausch – unter dieses Motto lassen sich zum Teil die Aktivitäten des Caterers Freetime Events aus dem baden-württembergischen Benningen stellen. Zumindest, wenn die mobile Smoothie-Bar auf Events in Stuttgart, Ludwigsburg oder Tübingen im Einsatz ist. Dann kommt die Vielfalt alkoholfreier Getränke so richtig zum Tragen. Vom Erdbeerwunder bis zum Bananentraum reicht das Spektrum, das Inhaber Marcel Leuze und sein Team aufzeigen.

Wie es alkoholfrei zur leckeren Sache gehen kann, behalten die Freetime-Events-Akteure auf Wunsch nicht für sich. Bei den Cocktail-Kursen, die regelmäßig unter anderem im hauseigenen Schulungszentrum in Marbach stattfinden, können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch zu Fachleuten für alkoholfreie Köstlichkeiten ausbilden lassen.

Abwechslungsreichtum und Vielfalt

Bei Freetime Events hat man offensichtlich verinnerlicht, dass geschäftliche Erfolge im Getränke-Segment nicht zwangsläufig hochprozentiger Natur sein müssen. Im alkoholfreien Bereich lässt sich ebenfalls Geld verdienen. Aber so wie für viele andere Tätigkeitsfelder auch, gilt hier: Es darf ohne weiteres abwechslungsreich und vielfältig zugehen. Die Gäste probieren gerne neue Getränkesorten aus – noch dazu, wenn sie sich mit dem wachsenden Wunsch nach einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise in Einklang bringen lassen.

In dieser Hinsicht erleichtern Produktentwickler und Hersteller den Caterern die Arbeit sehr. Das zeigt zum Beispiel die neue deutsche Gurkenlimonade Cucumis. Diese wurde während der Internorga 2016 in der Kategorie „Trendprodukt – Nahrungsmittel und Getränke“ mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet.

Cucumis wird auf der Grundlage von Gurkensaft hergestellt, mit Fruktose gesüßt und einem Hauch Basilikum veredelt. Übrigens orientiert sich das Design der Flasche am Stil der zwanziger Jahre. Das soll zusätzliche Wow-Effekte auslösen.

Ein weiteres Innovations-Beispiel ist der alkoholfreie Cider. Bei ihm entsteht der Geschmack statt durch eine alkoholische Gärung durch ein spezielles alkoholfreies Fermentationsverfahren.

Caterer sollten Smoothies nutzen

Für Abwechslung und Vielfalt sind auch die Smoothies gut, die zum Beispiel beim Caterer Freetime Events auf so viel Zustimmung stoßen. Marco Knauf ist Geschäftsführer des ersten Smoothie-Anbieters auf dem deutschen Markt, der True Fruits GmbH – und die stieg 2015 zum Marktführer auf. Er rät den Caterern, verschärft über das Angebot von Smoothies nachzudenken, weil die nach seiner Ansicht vortrefflich mit dem Zeitgeist harmonieren.

Freude an den Smoothies haben Caterer am ehesten, wenn sie den Mut zu etwas Frechheit aufbringen. Exemplarisch verweist Knauf auf die beiden neue Säfte mit Chiasamen, die true fruits seit dem Sommer listet – und als „Samensäfte“ vermarktet. Ganz bewusst sollen die Gäste zum Besuch des Kopfkinos verführt werden. Deshalb sagen Knauf und seine Mitstreiter über die besagten Chia-Kreationen, dass es sich bei ihnen um „perfekte Samenspender“ handele: „Schneller kommt man nicht zum Samengenuss. Nein, wirklich nicht“ – provozierende Formulierungen, die ihre Wirkung nicht verfehlen sollen.

„Saft und Smoothies sollen cool und sexy sein“, meint Marco Knauf. Ihm geht ein wenig gegen den Strich, dass in der klassischen Werbung für Säfte nach wie vor schwerpunktmäßig auf glückliche Familien am gemeinsamen Frühstückstisch gesetzt werde, während die gesellschaftliche Realität längst eine andere sei. Deshalb fühlten sich etwa Singles und Jugendliche von solcher Werbung weniger angesprochen, ist Knauf überzeugt.


Pro-Kopf-Verbrauch von Fruchtsaft steigt

So viel scheinen die Safthersteller beim Marketing aber auch nun wieder nicht falsch zu machen – wenn überhaupt... Denn sonst hätte Präsident Klaus-Jürgen Philipp vom Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) kaum eine positive Bilanz für das Jahr 2015 vorlegen können. Der VdF-Chef freut sich: „Seit Jahren war der Pro-Kopf-Konsum rückläufig. Doch nun konnte er sogar wieder ausgebaut werden; er beträgt 33 Liter pro Jahr, während es 2014 noch 32 Liter waren.“ In Deutschland ist Apfelsaft am beliebtesten. Der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt 7,9 Liter. Dicht dahinter Orangensaft mit 7,6 Litern.

Für Caterer eine wichtige Information: Beim Konsum von Fruchtsaft und Fruchtnektar haben die Deutschen ihre Titel als Weltmeister und Europameister verteidigt. Die Norweger und Niederländer folgen mit 27,1 beziehungsweise 25,7 Litern.

In keinem anderen Land der Welt sind mehr Fruchtsafthersteller zu Hause als in Deutschland mit seinen 345 Unternehmen. Hier zu Lande hat jeder zweite Safthersteller der Europäischen Union seinen Firmensitz. Das liegt auch an der langen Tradition dieser Branche, in der seit mehr als 100 Jahren für den deutschen Markt produziert wird.

Und was setzt besondere Impulse im Markt? Präsident Philipp: „Die Lust auf Fruchtsaft wird von regionalen Angeboten und Spezialitäten sowie neuen Mischungen beflügelt. Vor allem ist jedoch die gute Absatzentwicklung der Direktsäfte ein positiver Aspekt.“

Auch gekühlte und ungekühlte Fruchtsaftmischungen mit Zusatznutzen werden populärer. Beispiele hierfür sind die sehr nährstoffreichen Fruchtarten Acai und Acerola mit einem hohen Gehalt an Antioxidantien (Acai) beziehungsweise Vitamin C (Acerola). Laut Philipp trugen ferner neue Gemüsesaft-Variationen zu einem höheren Absatz bei.

Wertvolle Rohstoffe müssen gesichert werden

Befragt nach großen Herausforderungen, fällt bei dem VdF-Präsident das Stichwort Nachhaltigkeit: Diese bei weltweitem Rohwarenbezug sicherzustellen, sei eine wahre Bewährungsprobe. „Das macht eine enge Zusammenarbeit der Marktbeteiligten in vielen Ländern erforderlich.“ Aber auch Verantwortung zu übernehmen für das Fortbestehen der heimischen Streuobstbestände sei für die deutschen Keltereien ein zentrales Anliegen. Ziel: das Sichern wertvoller Rohstoffe.

Wer von alkoholfreien Getränken spricht, darf von Mineralwasser nicht schweigen – natürlich nicht. Was Caterer wissen sollten: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser stieg 2015 auf 147,3 Liter (2014: 143,4 Liter). Hinzu kommen 42,8 Liter Mineralbrunnen-Erfrischungsgetränke (2014: 42,2 Liter).

Beherrscht wird der Markt von Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, dessen Anteil bei 43,1 Prozent liegt. Knapp dahinter findet sich Mineralwasser mit Kohlensäure (40 Prozent). Mineralwasser ohne Kohlensäure bringt es dagegen auf nur 14,3 Prozent. Und weit abgeschlagen von allen rangieren Mineralwasser mit Aroma (1,9 Prozent) und Heilwasser (0,7 Prozent).

Die Produktauswahl ist kolossal: Die Gäste und Verbraucher können immerhin zwischen 500 verschiedenen Mineralwässern und 35 Heilwässern wählen. Angesichts dieser Vielfalt rät Marketing-Experte Martin Schmitz von der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser Caterern: „Regionalität ist nach wie vor ein großer Trend. Nahezu jede Region in Deutschland hat einen oder mehrere Mineralbrunnen. Wer diese Mineralwasser mit in sein Angebot nimmt, zeigt seine Verbundenheit zur eigenen Region – und das kommt bei viele Gästen prima an.“

Allerdings ist Mineralwasser wesentlich beratungsintensiver als zum Beispiel Fruchtsaft. Deshalb empfiehlt Schmitz neben regelmäßigen Schulungen unter anderem das Verwenden von Warenkunde-Ordnern, die die wichtigsten Eigenschaften des jeweiligen Mineralwassers und seine passendsten Verwendungsmöglichkeiten als Begleitgetränk aufführen.