Heißgetränke

Pflicht und Kür

Egal, wie viele innovative Spezialitäten und ausgeklügelte Hot Specials Caterer immer wieder aufs Neue präsentieren: Ein gut gemachter Café Crème und ein solider Schwarztee gehören ins Pflichtprogramm – ganzheitliche Konzepte und Aktionen sind die Kür.

Die Eiskaffee-Gläser sind verstaut, Slush, Frappuccino & Co. machen Winterpause, draußen ist es kalt geworden: Heißes mit Aroma und Geschmack hat wieder Hochkonjunktur – am liebsten dampfend und wohltuend. An Auswahl und Sortenneuheiten mangelt es wahrlich nicht, doch was funktioniert in der Praxis richtig gut während der Heißgetränke-Hochsaison?

Fest etabliert sind eigene Kaffeebar-Marken und -konzepte, mit denen Caterer nicht nur in der Betriebsgastronomie Erfolg haben. Sie sind variabel, individuell konfigurierbar und lassen sich kundenspezifisch weiterentwickeln. Beispiel Caffè Dallucci von der Compass Group Deutschland GmbH: 2008 entwickelt, wird es gleichermaßen den Bedürfnissen von Kliniken und Krankenhäusern als auch Unternehmen gerecht und wurde mittlerweile weit mehr als 200 Mal in die Praxis umgesetzt: „Durch die flexible Bauweise und die Auswahl aus Selfservice- sowie Fullservice-Varianten ist es uns möglich, gezielt auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Beide Formate arbeiten mit einem Kaffeevollautomaten und sind u. a. als To-go-Konzepte konzipiert. In der Selfservice-Variante kann sich der Gast seine Kaffeespezialitäten selbst auswählen und bedient die Maschine eigenhändig“, heißt es bei der Compass Group. „In der Fullservice-Variante, unseren Caffè-Dallucci-Kaffeebars, sind wir i n der Größe variabel und unterscheiden zwischen den mobilen und den fest eingebauten Kaffeebars. Sie werden mit einer Siebträgermaschine betrieben und durch eine Reihe an Kaltgetränken sowie verschiedenen Food-Produkten ergänzt.“

Kaffeepause wie „draußen“, dazu Snacks für den kleinen Hunger und das gute Gefühl, es gibt immer mal wieder eine Aktion oder ein neues spannendes Produkt: Je mehr Freude der Catering-Gast am Kaffeetrinken hat, desto besser. Angefangen von der Präsentation und dem Geschirr über Gratis-Goodies und Bundle-Angebote (Kaffee und Kuchen) bis hin zum Infotainment zu Herkunft und Herstellung. Kaffee kann eine gute Story vertragen und braucht immer mal wieder ein Freshup.

Vielfalt und Klarheit

Mit rund 20 Kaffeebars in Eigenregie und zahlreichen weiteren in Planung hat auch L & D in Bonn zum Konzeptthema etwas zu bieten: „Zum einen haben wir unser Konzept für Kaffeebars ,Caffè Punto’ in Anlehnung an unsere anderen, L & D-eigenen Brandings, entwickelt“, beschreibt Nicole Isermann von L & D die Umsetzung. „Zum anderen arbeiten wir intensiv mit Segafredo zusammen, und auch Kaffee von Jacobs Rainforest Alliance haben wir im Angebot. Wo wir welches Konzept nutzen, hängt von der Größe des Betriebes und den Wünschen des Kunden ab.“ Damit das Geschäft mit Kaffee & Co. stabil bleibt, sind neue Angebote wichtig, heißt es bei L & D: „Man muss immer verschiedene Alternativen berücksichtigen, so stehen zum Beispiel auch koffeinfreie Bohnen, Wellnesstees, besondere Teesorten bzw. hausgemachte Eistees sowie Limos & Smoothies hoch in der Gunst der Gäste. Und: Wir bieten unseren Gästen sowohl Milch (1,5%) als auch laktosefrei e Milch und Sojamilch an.“

Gutes für unterwegs

Fast jeder fünfte Deutsche trinkt seinen Kaffee bei der Arbeit, knapp 8 Prozent im Café und gut 5 Prozent im Restaurant. Über 4 Prozent genießen – soweit eben möglich – ihn am liebsten unterwegs und auf dem Weg von A nach B (Quelle: Kaffeereport 2015/Statista Analyse). „Der To-go-Anteil ist als stetiger Begleiter zum Verzehr am Tisch nicht mehr wegzudenken. Er ist jedoch abhängig von der Tageszeit und dem Zweck des Verzehrs“, ist die Erfahrung der Compass Group. „Bei einem schnellen Frühstück wird der To-go-Becher gerne mit einem Croissant, Panini oder lecker belegtem Brot kombiniert. Um mittags eine sinnvolle Auszeit zu schaffen, genießen unsere Gäste um diese Zeit gerne einen Espresso zusammen mit den Kollegen direkt im Caffè Dallucci. Am Nachmittag werden Heißgetränke gerne von einem süßen Stück Kuchen begleitet – im Caffè Dallucci selbst oder am Arbeitsplatz. Für die Zukunft rechnen wir mit einem steigenden Anteil an mobilen Kaffeet rinkern – bedingt durch den Generationenwechsel.“

Flexibilität bleibt also Trumpf. Und Caterer sollten sich mit ihrem Heißgetränkeangebot auf wechselnde Ess- und Trinkgewohnheiten künftig ebenso einstellen wie auf die wachsende Zahl an vegan lebenden und unter Allergie leidenden Menschen. Sie sind nicht zuletzt eine wichtige Zielgruppe, wenn es um das Thema Tee geht. Wer sich hier von anderen abheben möchte, ist mit frischen Ideen gut beraten. Dabei muss es nicht immer größer, schöner, höher sein: „Noch mehr Sortenvielfalt ist aktuell nicht das Thema“, hat Susanne Albrecht von Eilles Tee beobachtet, „sondern eher eine Variante mit frisch aufgebrühtem Ingwer oder spannende Mischungen mit Gewürzen.“ Ein zeitloses Thema, das sowohl Tee als auch Kaffee betrifft, ist zudem der faire Handel. Je besser die diesbezügliche Kommunikation seitens des Caterers, desto mehr Interesse wird der Gast an einem entsprechend deklarierten Angebot entwickeln.