Dessert

Das Beste zum Schluss

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Das letzte Geschmacks-erlebnis bleibt beim Gast in Erinnerung. Kein Wunder also, dass Event-Caterer sich beim Dessert immer mehr einfallen lassen müssen, um den gewachsenen Ansprüchen auch gerecht zu werden.

Zum Schluss kommt immer das Süße: So wichtig wie das Happy End im Kino ist, so wichtig ist ein gutes Dessert nach dem Essen. Da spielt auch weniger eine Rolle, wie gut (oder nicht ganz so gut) das Büffet oder die Menü-Gänge waren – das Dessert entscheidet. Auf die Nachspeise spezialisierte Caterer haben daher ihre eigenen Konzepte und Philosophien entwickelt, um mit ihren Spezialitäten den Markt zu bereichern. So selbstbewusst wie selbstverständlich stehen diese für eine kulinarische Nische, die sich über zu wenig Aufmerksamkeit nicht beklagen kann. Im Gegenteil: Den Wert guter Desserts haben Caterer längst erkannt.

Seit gut zehn Minuten steht das junge Pärchen nun schon vor der Törtchen-Vitrine im Café „Werkstatt der Süße“ mitten im Prenzlauer Berg in Berlin und überlegt, auf welche der zahlreichen kleinen faustgroßen Leckereien die Wahl nun fallen soll: Links hat Konditormeister Guido Fuhrmann zusammen mit seiner Frau Rabea die Schokoladenseite der Mini-Torten platziert, rechts sind die Varianten mit Obst zu finden. Fuhrmann ist gewissermaßen mit dem Beruf großgeworden – schon seine Eltern betrieben um die Ecke eine Bäckerei. Er selbst arbeitete nach seiner Lehre zunächst in den großen Edel-Hotels von Berlin, bis er sich mit einem eigenen Café samt gläserner Manufaktur zum Zuschauen, Backkursen für Laien und eigenem Catering-Unternehmen selbstständig machte. Laut Varta-Führer gehört die „Werkststatt der Süße“ zu den zwanzig Top-Cafés Deutschlands, 2014 wählte der Feinschmecker das Café zum Besten in der gesamten Spreemetropole.

Doch Ruhm und Preise hin oder her – letztlich zählt für Fuhrmann die Qualität. Und für die hat er eine eigene Philosophie. „Früher bestand ein Dessert aus drei Teilen. Das war ein Eis, ein Törtchen und etwas Sauce“, sagt er. „Heute kann ein Dessert dagegen aus bis zu zwei Dutzend unterschiedlicher Komponenten mit vielen Details bestehen. Teilweise arbeiten wir dabei sogar mit Pinzetten beim Herstellen und Verfeinern.“ Auch sei die Zeit weitgehend vorbei, in der das Dessert bei Buffets aus großen Schüsseln bestand, aus der sich die Gäste nach Belieben in die Schüsselchen schaufeln konnten, was sie wollten – und der Tisch mit den Speisen dann oft schnell zugekleckert aussah. „Heute sind eher Mini-Gläser üblich. Das ist für den Gast einfacher. Er nimmt sich ein fertig zubereitetes Gläschen vom Tisch oder Tablett und kann sich nach einander verschiedene Sorten Dessert nehmen“, sagt er. „So wie er Appetit hat.“ Daher stellt er nicht einm al mehr für Hochzeiten riesige Tortentürme her – sondern lieber kleine, feine Portionen mit überraschenden Geschmackserlebnissen für die Kunden. So hat er eine eigene Kunst entwickelt, seine Kreationen in verschiedene Geschmackszonen einzuteilen, die erst beim Verspeisen ihr Geheimnis preisgeben.

[Bildquelle: Aveato]