Snack & Fingerfood: Pro & Contra Superfoods

Bildquelle: Ansahl

Snack & Fingerfood

Pro & Contra Superfoods

Auch im Catering kommt es mittlerweile vermehrt zu Kunden-Anfragen nach Superfoods im Segment von Snacks und Fingerfood.

Superfoods sind laut Definition Nahrungsmittel mit einer überdurchschnittlich hohen Konzentration an Mikro- und Makronährstoffen. Sie haben den Touch, natürlich und exotisch zu sein, ferner gesund und trendig. Beispiele dafür sind die Acai-Beere aus den Regenwäldern des Amazonas, die eng mit der heimischen Gartenkresse verwandte Superknolle Maca und Baobab, die Superfrucht des afrikanischen Affenbrotbaumes, sowie nicht zuletzt das glutenfreie Pseudogetreide Quinoa und der Chia-Samen.

In erster Linie werden Superfoods zum Verfeinern von Müslis oder Aufwerten von Smoothies genutzt. Aber sie lassen sich auch umfassender und ganzheitlicher einsetzen. Das weiß zum Beispiel Daniela Hendrych. Sie ist nicht nur Chefin des Cateringunternehmens Rawdies im hessischen Rödermark, sondern arbeitet auch als Ernährungs- und Gesundheitsberaterin mit dem Schwerpunkt auf Vitalkost. Die Fachfrau meint: Insbesondere wer vegan, getreide- und glutenfrei liefern wolle, müsse sein Augenmerk auch auf Superfoods richten. Hendrych: „Neben frischem Obst und Gemüse, Nüssen, Saaten und Pilzen verwenden wir Superfoods und jede Menge Liebe.“

Aber auch Cateringunternehmen, die größer sind als die Firma Rawdies, haben die Möglichkeiten von Superfoods erkannt. So bietet zum Beispiel LSG Sky Chefs für das Conference Center am Frankfurter Flughafen eigene Superfood-Pakete an. Gepackt werden die unter anderem mit Grapefruit-Matcha-Würfeln – bestehend aus Matcha-Biskuit, geschichtet mit Grapefruitcreme und Schokolade.

Angeblich versorgen die Superfoods den menschlichen Körper optimal mit Nährstoffen und weisen außerdem einen medizinischen Zusatznutzen auf. Wissenschaftlich stichhaltig ist das jedoch nicht. Das betonen zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Aid Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (aid).

Superfoods made in Deutschland

Das Magazin Öko-Test hebt sogar warnend den Finger und formulierte im April 2016 nach einer Testserie mit desaströsen Ergebnissen: „Superfoods sind schlicht überflüssig.“ Kein Wunder: Mehr als zwei Drittel der 22 getesteten Produkte wurden mit mangelhaft, ungenügend bewertet, u.a. weil sie mit Pestiziden belastet waren. Auch zahlreiche Bio-Varianten.

Hingegen gehören Heike Hübner und Stefan Ansahl zu den bekennenden Superfoods-Fans. Sie betreiben in Berlin ein Geschäft, in dem Mixer verkauft werden. In ihrem Blog rühren sie vor allem für grüne Smoothies die Werbetrommel und haben in diesem Zusammenhang Superfoods hoch schätzen gelernt.

Hübner und Ansahl unterstreichen: „In Zeiten, in denen die Menschen wenig Zeit haben und daher gerne auf Fertigprodukte zurück greifen, können Superfoods einen Beitrag zu einer ausgewogeneren Ernährung leisten.“ Dabei müssten die nicht zwangsläufig exotische Ursprünge haben: „Auch in Deutschland gedeiht pflanzliche Nahrung, die mit einem hohen Gehalt an Nährstoffen zu überzeugen weiß.“