Vending: Automatische Kantinen

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Vending

Automatische Kantinen

Stulle und Henkelmann war gestern. Heute übernehmen Automaten die Mitarbeiterversorgung – eine Alternative zu Betriebskantinen, wenn diese nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.

In Amerika gibt es bereits die Car-Vending-Machine, die rund um die Uhr auf Knopfdruck das gerade erworbene Gebrauchtfahrzeug fahrbereit frei gibt. Und in Deutschland stehen drei Gold-Automaten gefüllt mit Unzen und Goldbarren – die wohl extravagantesten Füllprodukte für Vending-Geräte. In der Regel sind diese mit verzehrfertigen Lebensmitteln und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs gefüllt.

Der Bundesverband des Deutschen Vending-Automatenwirtschaft e.V. (BDV) geht davon aus, dass vier von fünf der stählernen Verkäufern in Betrieben stehen, die 24 Stunden an sieben Tagen die Woche im Einsatz sind und in der Regel für Heiß- und Kalt-Getränke konzipiert sowie mit Snacks bestückt sind.

Die neue Generation

Sie haben mit klemmenden Schubladen oder feststeckenden Münzen nichts mehr zu tun. Zum Schutz der Ware kommen innovative Technologien zum Einsatz: energie-effiziente Kühlungen, Liftsysteme und Robotergreifarme zum sicheren Transport ins Ausgabefach, Aufwärmfunktion, Touchscreen und selbsterklärende Displays zur einfachen Bedienung. Das erlaubt den Automaten-Dienstleistern auch frische Waren anzubieten. In Mehrschichtbetrieben brauchen dies nicht immer nur Snacks sein, sondern es können zum Beispiel auch Hauptmahlzeiten sein, die teilweise in Kombination mit einer Mikrowelle erhitzt werden.

Im Endverbraucher-Bereich hat sich dank der innovativen Geräte ein ganz neues Verkaufsformat entwickelt: der Regiomat. Bundesweit wurde er bereits mehr als 800 mal aufgestellt, häufig im Umfeld landwirtschaftlicher Betriebe, wo diese ihre eigenen, regionalen und saisonalen Produkten über eine neue Plattform vertreiben.

Erst seit sich die Automaten zu echten High-Tech-Geräten weiterentwickelt haben, ist es möglich, spezielle, auch sensible Produkte aufzunehmen ohne mit hygienischen Problemen konfrontiert zu werden. So basiert zum Beispiel das Geschäftsmodell des Startups Lunch Vegaz auf biologische und vegane Kost. Laut Geschäftsführer Govinda Thaler wird das erste Vending-Gerät im Eingang eines Bürohauses ohne Kantine stehen. Mitarbeiter sowie externe Gäste werden sich dort bedienen können.

Die kühlbedürftigen Gerichte haben eine Restlaufzeit von 20 bis 25 Tagen. Die rund 30 Gerichte,Spiegelbild einer kulinarischen Weltreise, sind vakuumiert verpackt und werden im Automaten über Umluft erwärmt. Eine Warmhaltefunktion soll später dazu kommen. Thaler kann sich auch vorstellen, sie an öffentlichen Plätzen wie Schulen oder sogar in der Nähe von Kantinen aufzustellen.