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Olympisches Catering

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Das Motto des diesjährigen Wettbewerbs war dabei von den meisten Mannschaften mit Erleichterung zur Kenntnis genommen worden. In den meisten Fällen wurde die Vorgabe „landestypisches Menü“ dazu genutzt, eine möglichst große Bandbreite der jeweiligen heimischen Spezialitäten zu präsentieren. So interpretierte das schwedische Team des skandinavischen Catering-Unternehmens Fazer seinen Wettbewerbsbeitrag als „eine kulinarische Reise durch die schwedische Food-Nation“ mit dem Anspruch, damit in Erfurt die schwedische Food-Kultur zu vertreten. Ihre Unternehmens-Kollegen aus Finnland sahen das ähnlich: „Wir sind dankbar für die Geschenke, die uns die Natur im Norden mit Fisch und Muscheln sowie Getreide, Wurzelgemüse, Äpfeln und Beeren beschert.“ Die österreichische Mannschaft von der Gastgewerbefachschule in Wien lud die Gäste zu einer etwas regional begrenzteren Reise in den Norden des Landes, von Linz nach Wien, ein.

Der deutschen Mannschaft vom Caterer L & D Berlin Brandenburg kam es darauf an, die traditionelle Berliner Küche – eine schlichte, rustikale Küche, die mehr Wert auf deftigen Geschmack und Sättigung als auf Verfeinerung legt, so das Unternehmen – mit dem Trend zu modernen, ernährungsphysiologisch hochwertigen Speisen zu verbinden. Außerdem sollten die Kochtraditionen der Brandenburg-Einwanderer aus Schlesien, Böhmen, Ostpreußen, Pommern und Mecklenburg Beachtung sowie die historisch-kulinarischen Einflüsse der Hugenotten aus Frankreich beachtet werden. Heraus kam dabei ein Menü, das unter anderem aus der Bärliner Löffel-Erbsensuppe, dem Graupenbrei aus Uckermärker Gerste, dem Geschmorten Schaufelbraten vom Prignitzer Weidering und konfierten Filet vom Peitzer Stör bestand. Das eigentlich rheinische „Himmel und Erde“ wurde in Erfurt als Desserts unter dem Motto „Urbanes Berlin“ völlig anders interpretiert: Creme von weißer Schokolade mit geliertem Quittensüppchen, Glashippe und Rote Bete Erde.

Die schieren Zahlen derjenigen, die in der Heimat von den Teams der Gemeinschaftsverpflegung täglich versorgt werden müssen, und das unter den unterschiedlichsten Bedingungen, sorgte bei den Mannschaften der Gemeinschaftsverpflegung in Erfurt für eine gewisse Gelassenheit. „Wir müssen ständig und meist unter Zeitdruck für eine große Zahl an Gästen ein hochwertiges Angebot realisieren“, betonte ein Wettbewerbsteilnehmer gegenüber Catering inside. Und ein anderer ergänzte: „Viele unserer Gäste kommen jeden Tag zu uns, das unterscheidet uns im Business-Catering sicherlich von anderen Köchen. Wir sind es gewöhnt, dass sich die Gäste sehr ausführlich und auch kritisch mit den angebotenen Speisen auseinander setzen.“ Und dennoch merkte man so manchem Team, als es aufs Ende zuging, die Nervosität durchaus an. Denn nicht zuletzt die fachkundige Jury ließ die Akteure seit den frühen Morgenstunden kaum aus den Augen und registrierte jeden Fehler.

Und nicht zuletzt galt es natürlich, vor den zahlenden Gästen zu bestehen, die im Vorfeld einen von jeweils 150 Plätzen buchen konnten. Hier fanden dann zahlreiche Diskussionen innerhalb der meist zufällig entstandenen Tisch-Gesellschaften statt. Einig war man sich unter den Gästen zumeist vor allem darin, dass dieser Wettbewerb eine echte Bereicherung der Olympiade ist und er, angesichts der vielen Länder, die 2016 noch keine Mannschaft in dieses Rennen geschickt haben, noch ein riesige Potenzial hat.