Catering Index

2016: Das Jahr der Caterer

2015 lief gut. Die meisten Caterer sind mehr als zufrieden. Gute Voraussetzung, optimistisch ins neue Jahr zu starten.

Viele Caterer erwarten denn auch eine gute Geschäftsentwicklung. Für nicht wenige stellt sich allerdings die Frage, wie sie an qualifizierte Mitarbeiter kommen. Ob Flüchtlinge hier eine Lücke schließen können, bleibt abzuwarten. Weiteres Thema des Jahres 2016: die zunehmende Digitalisierung.

Ein wenig überrascht haben sie uns schon, die Ergebnisse des Catering Index 2016. Jedenfalls wenn 97 Prozent der durch alle Branchen hinweg befragten Caterer das Jahr 2015 mit gut (70) oder zumindest mit zufriedenstellend (27) bewerten. Für 72 Prozent hat sich das Ergebnis 2015 im Vergleich zum Vorjahr sogar verbessert. Gut 20 Prozent melden eine Stagnation und nur 6 Prozent kamen 2015 auf ein schlechteres Ergebnis als 2014 in dieser von Catering inside im Dezember vergangenen Jahres durchgeführten Umfrage. Und das trotz Flüchtlingskrise und der damit verbundenen politisch angespannten Stimmung im Lande. Vielleicht aber auch gerade deshalb. Wer weiß, ob die Branche nicht auch von der momentanen Entwicklung profitieren kann. Zumindest versorgt sie schon mehr als 1 Mio. Flüchtlinge bundesweit mit Essen und Trinken (siehe Titelstory Catering inside 1/2016). Für manchen Caterer ohne Frage ein lukratives Zusatzgeschäft. Und das Potenzial steigt, denn auch wenn ü ber so genannte Obergrenzen diskutiert wird, werden weiter Flüchtlinge ins Land kommen, die versorgt werden müssen. Und eventuell ergeben sich hier auch neue Möglichkeiten, was den Arbeitskräftebedarf betrifft. Besonders optimistisch zeigen sich die Caterer hier allerdings nicht, denn 76 Prozent rechnen damit, dass der Personal- und Nachwuchsmangel im Vergleich zum Vorjahr noch zunehmen wird. Obwohl fast 80 Prozent der Befragten vorhaben, neue Mitarbeiter einzustellen. Kein Wunder also, dass zwei Drittel aller Befragten eine Erleichterung bei Beschäftigung von Aushilfen fordern. Gefolgt von Impulsen für den Arbeitsmarkt (39) ist es das wichtigste Anliegen an die Politik. Dass eine Intensivierung der Mitarbeiterentwicklung (57 Prozent) gleich hinter der Entwicklung innovativer Konzepte im Ranking auf Platz 2 der wichtigsten Pläne und Ziele für 2016 erscheint, spricht ebenfalls für sich. Das Thema Mitarbeiter bleibt also weiterhin das Top-Thema der Branche.

Und dennoch: Zwei Drittel der Befragten Caterer glauben an eine gute Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten diesen Jahres. An eine nochmalige Verbesserung des Geschäfts, im Vergleich zum Vorjahr, glauben mehr als 40 Prozent. Dass es so bleibt ebenfalls.

Hoher Investitionsbedarf der Caterer

Interessant sind die Angaben zu den Investitionsvorhaben, die insgesamt hoch sind. An erster Stelle nennen sie den Bereich EDV (54 Prozent). Die zunehmende Digitalisierung lässt grüßen. Im Bereich der Computer-Technologie gibt es noch Nachholbedarf. Schon an zweiter Stelle wird Frontcooking-Equipment (39 Prozent) genannt, was bedeutet, dass das Thema „Kochen vor den Augen der Gäste“ noch lange nicht ausgereizt ist. Danach folgen punktgleich Investitionen im Bereich Spültechnik und Heißluftdämpfer (jeweils 39 Prozent). Auch am Küchenumbau soll nicht gespart werden. Rund ein Drittel will in diesen Bereich investieren.

An der Befragung beteiligt haben sich alle Catering-Bereiche. Am häufigsten vertreten waren Antworten aus dem Business- und Event-Catering (55 bzw. 52 Prozent) sowie aus dem Care-Bereich (42 Prozent). Das Messe-Catering ist mit 26 Prozent beteiligt. Sport-Caterer (13) und Verkehrs-Caterer (10) haben ebenfalls bei dieser nicht repräsentativen Befragung teilgenommen. Da viele Caterer inzwischen in unterschiedlichen Branchen mitmischen, waren hier Doppelnennungen möglich.